Uhr verschenken: was sie bedeutet, was am Aberglauben dran ist und was auf die Karte gehört.
Eine Uhr ist ein gutes Geschenk. Der Aberglaube, sie bringe Unglück, wurde hier an den Quellen geprüft. Dazu: wie Sie die Uhr auswählen, was bei Umtausch gilt, was auf die Karte gehört und wie Sie die Uhr übergeben.
Ja, eine Uhr ist ein gutes Geschenk. Das zehnbändige Standardwerk zum deutschen Volksglauben (1927 bis 1942) kennt kein Schenkverbot, es nennt die Uhr als Konfirmations- und Hochzeitsgeschenk. Der Aberglaube geht vor allem auf ein chinesisches Wortspiel zurück, das lautlich die Wanduhr betrifft. Wer unsicher ist, lässt sich eine Münze geben. Auf die Karte gehören Anlass, Grund und ein Wunsch.
Kartentext-Baukasten
Drei Vorschläge für Ihre Karte zur Uhr
Wählen Sie Anlass und Ton. Sie erhalten drei Texte aus geprüften Bausteinen, auf Wunsch mit einem echten Zitat samt Quelle. Jeden Vorschlag können Sie im Feld anpassen und kopieren.
Kartentexte für sechs Anlässe stehen in Kapitel VIII, echte Zitate über die Zeit mit Quelle in Kapitel IX.
Alle Vorschläge sind Vorlagen: Ändern Sie sie direkt im Feld, der Zähler rechnet mit. Persönliche Details wirken stärker als jede Vorlage. Richtwerte: bis 100 Zeichen für eine Karte im Visitenkartenformat, bis 1.500 Zeichen für einen A4-Brief.
Weiterlesen:Kapitel VIII: Was auf die Karte gehörtKapitel IX: Zitate über die Zeit
Was eine Uhr als Geschenk bedeutet.
Eine Uhr steht für Zeit, für einen Begleiter über Jahre und für Wert, und deshalb ist sie ein gutes Geschenk.
Ein früher Beleg für eine Uhr als Geschenk stammt vom Hof Elisabeths I. Zum Neujahr 1571/72 schenkte der Earl of Leicester der Königin einen goldenen Armreif „mit einer Uhr im Verschluss“. Der Herausgeber John Nichols druckte die Liste der Neujahrsgeschenke 1823 im Wortlaut ab: „haveing in the closing thearof a clocke“.
Eine Uhr kann auch an die Vergänglichkeit erinnern. Auf Harmen Steenwycks Vanitas-Stillleben (lateinisch vanitas, Nichtigkeit) von etwa 1640 tickt links eine Taschenuhr neben dem Totenschädel. Das Bild gehört der National Gallery London. Hier hat die Lesart, eine Uhr zähle die Zeit herunter, eine ihrer Wurzeln. Ähnlich lauten alte Sonnenuhr-Inschriften wie „Ultima necat“, auf Deutsch „die letzte [Stunde] tötet“, die das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens im Band 8 verzeichnet.
Zugleich war die Uhr ein Wertgegenstand. Laut Handwörterbuch gilt die Uhr in den 1930er-Jahren „als ein nicht unbeträchtlicher Wertgegenstand“. Ab 1867 baute Georges-Frédéric Roskopf mit der „Proletarieruhr“ eine Taschenuhr, die laut dem Historischen Lexikon der Schweiz auch für Arbeiter erschwinglich war. Belegt ist also der Wert. Das Wort „Statussymbol“ verwenden diese Quellen nicht.
Auch die Psychologie spricht für die Uhr. Jeff Galak, Julian Givi und Elanor Williams beschreiben 2016 in der Fachzeitschrift Current Directions in Psychological Science einen Unterschied. Schenkende achten vor allem auf den Moment der Übergabe. Beschenkte achten darauf, wie wertvoll das Geschenk ist, wenn sie es besitzen. Eine Uhr trägt man jeden Tag, und das spricht für sie.
Wie und an welchem Arm sie getragen wird, zeigt der Ratgeber Uhr links oder rechts tragen.
Bringt eine geschenkte Uhr Unglück? Der Aberglaube im Faktencheck.
Nein, nach der Standardquelle zum deutschen Volksglauben nicht: Das zehnbändige Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (1927 bis 1942) kennt kein Verbot, Uhren zu verschenken.
Es nennt die Uhr stattdessen als Hochzeits-, Konfirmations-, Firm- und Ehrengeschenk, in Band 8 steht das in Spalte 1282. Wir haben den Artikel „Uhr“ von Will-Erich Peuckert und den Artikel „Geschenk“ von Paul Sartori durchgesehen. Ein Schenkverbot für Uhren steht in keinem von beiden. Auch das Register von 1942 führt unter „Geschenk“ zur Uhr nur auf diese Stelle.
Die Warnungen in heutigen Geschenklisten nennen keine Quelle. Soweit sie sich zurückverfolgen lassen, führen sie in andere Kulturen, wie das nächste Kapitel zeigt, nicht in den deutschen Volksglauben.
Der deutsche Uhren-Aberglaube handelt vom Tod, nicht vom Schenken. Die Uhr bleibe stehen, wenn ihr Besitzer stirbt, und im Trauerhaus werde sie angehalten, schreibt das Handwörterbuch in Band 8, Spalte 1268. Gemeint ist die eigene Hausuhr, kein Geschenk. Auch die „Totenuhr“ ist keine Uhr: Der Begriff bezeichnet das Klopfen des Holzwurms.
Die gängigen Behauptungen im Überblick:
| Behauptung | Was die Quellen sagen | Einordnung |
|---|---|---|
| Eine geschenkte Uhr bringt Unglück | Handwörterbuch: kein Schenkverbot, Uhr als Fest- und Ehrengeschenk (Bd. 8, Sp. 1282) | Als deutscher Brauch nicht belegt |
| Die Uhr zählt die Zeit bis zur Trennung | Heute in russischen Ratgebern verbreitet, Alter und Herkunft unbelegt; in Deutschland nicht überliefert | Heutige Volksmeinung, Alter unbelegt |
| Mit der Uhr sind die Tage gezählt | Chinesisches Wortspiel (Kapitel III); in Deutschland nur das Todesomen der eigenen, stehenbleibenden Uhr | In Deutschland für das Schenken nicht belegt |
| Bleibt die geschenkte Uhr stehen, kommt das Unglück | Altes Todesomen der Hausuhr (Bd. 8, Sp. 1268), auf Geschenke übertragen | Umgedeutet |
| Mit einer Münze ist der Fluch gebrochen | Brauch beim Messer (Bd. 3, Sp. 720 f.); bei Uhren im chinesischen Kulturraum gelebt | Bei Uhren in Deutschland nicht belegt, vermutlich vom Messer übertragen |
| Unglücksgeschenke heißen Danaergeschenke | Vergil, Aeneis II,49: ein Geschenk mit Täuschungsabsicht des Gebers | Begriff meint etwas anderes |
Ein Danaergeschenk ist nach Vergil das Trojanische Pferd. Laokoon warnt: „quidquid id est, timeo Danaos et dona ferentis“. Auf Deutsch: Was es auch sei, ich fürchte die Danaer, also die Griechen, auch wenn sie Geschenke bringen. Gemeint ist ein Geschenk, mit dem der Geber täuschen will, kein Gegenstand, der Pech bringt.
Woher der Aberglaube kommt: ein chinesisches Wortspiel.
Aus dem Chinesischen: „eine Uhr schenken“ (送鐘, sòng zhōng) klingt genau wie „einen Sterbenden bis zum Ende begleiten“ (送終, sòng zhōng).
Den Beleg liefert das Wörterbuch des taiwanischen Bildungsministeriums. Zu 送鐘 hat es keinen eigenen Eintrag, bietet aber das gleichlautende 送終 an. Dort steht: den Eltern oder älteren Angehörigen in der Sterbestunde zur Seite stehen, auch, ihre Bestattung ausrichten.
Lautlich trifft das Wortspiel nur die Wand- und Tischuhr. Das Zeichen 鐘 (zhōng) bedeutet ursprünglich Glocke und heute auch Zeitmesser wie Wanduhr oder Wecker. Die Armbanduhr heißt 錶 (biǎo), auch 表 geschrieben, und klingt anders.
In der Praxis meiden manche Menschen trotzdem jede Uhr, um sicherzugehen. Ein taiwanischer Volkskundler riet 2019 Politikern, die Schüler zur Wertschätzung der Zeit anhalten wollten, zur Armbanduhr statt zur Wand- oder Tischuhr. Das Nachrichtenportal SETN berichtete darüber. Der Beitrag schließt mit dem Hinweis „Volksglaube, nur zur Orientierung“.
Wie viel Aufsehen das Thema erregen kann, zeigte im Januar 2015 die britische Verkehrsstaatsministerin Susan Kramer. Am 26. Januar schenkte sie Taipehs Bürgermeister Ko Wen-je eine Taschenuhr. Die Taipei Times berichtete über das Tabu. Kramer sagte, in Großbritannien sei eine Uhr kostbar, weil nichts wichtiger sei als Zeit.
In Japan sieht es anders aus. Laut dem Hochzeitsportal Zexy (Recruit) ist die Armbanduhr dort das beliebteste Gegengeschenk, mit dem sich Frauen für den Verlobungsring bedanken. In der Zexy-Trendumfrage 2022 wählten 41 Prozent der Frauen eine Armbanduhr. Die Etikette-Expertin Iwashita Noriko rät im Magazin FRaU (9. Dezember 2019), Höhergestellten keine Uhr zu schenken. Dort kann sie als Mahnung zu mehr Fleiß gelesen werden. Ist die Uhr gewünscht, ist sie völlig unproblematisch.
Praktisch heißt das: Bei Beschenkten aus dem chinesischen Kulturraum ist eine Armbanduhr die entspanntere Wahl als eine Wand- oder Tischuhr. Bei einer Armbanduhr können Sie vorher fragen oder sich eine kleine Münze geben lassen. Niemand muss das Wortspiel kennen, um eine Uhr mit guten Wünschen zu schenken.
Die Münze: woher der Brauch stammt.
Die Münze gehört im deutschen Volksglauben zum Messer, nicht zur Uhr: Ein Messer „zerschneidet die Freundschaft“, darum zahlt der Beschenkte einen Kreuzer, eine alte Kleinmünze.
Das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens beschreibt im Artikel „Geschenk“ (Band 3, Spalten 720 f.), wie man Messer und Schere nicht direkt überreicht. Man legt sie auf den Tisch, oder der Empfänger zahlt einen Kreuzer, oder beide lachen sich bei der Übergabe an. Der Artikel „Messer“ (Band 6, Spalte 206) nennt Varianten: Man schenkt ein Geldstück mit oder gibt einen Kreuzer dafür. Nadeln „zerstechen“ die Freundschaft (Band 8, Spalte 524).
Dazu kommt eine allgemeine Regel: „Überhaupt soll man nichts umsonst aus dem Hause verschenken“, weil man sonst das Glück weggebe. Wenigstens eine Kleinigkeit solle man als Bezahlung fordern, und sei es nur eine Stecknadel.
Bei Uhren ist die Münze im chinesischen Kulturraum gelebte Praxis. Am Abend des Kramer-Besuchs (Kapitel III) überreichte die Abgeordnete Kuan Bi-ling der Ministerin eine Gedenkmünze zum Jahr der Ziege. So sollte es „eine Uhr kaufen“ (買鐘, mǎi zhōng) statt „eine Uhr schenken“ (送鐘) sein. Das meldete SETN. Der Volkskundler von 2019 nannte 1 oder 10 Taiwan-Dollar als symbolischen Kauf, wenn sich jemand die Uhr wünscht.
Als alter deutscher oder slawischer Brauch für Uhren ist die Münze nicht belegt. Vermutlich wurde sie vom Messer übertragen. Ein russischer Ratgeber leitet sie selbst ausdrücklich vom Schenken eines Messers ab.
Die Münze ist eine Geste, die den Brauch wahrt. Wer abergläubisch ist, freut sich darüber, für alle anderen ist es eine charmante Geste. Eine Pflicht ist sie nicht.
Neben Messer, Schere und Nadeln nennt das Handwörterbuch weitere heikle Geschenke. Unter Liebenden gelten auch Schuhe, Bücher und Perlen als heikel (Band 3, Spalte 721, nach Wuttke). Verlobte sollen sich nichts aus Haaren und nichts Spitzes schenken (Band 3, Spalte 719). Eine Geldbörse verschenkt man nach einem bekannten Brauch nicht leer, sondern mit einer Münze darin, mehr dazu im Ratgeber Geldbörse kaufen.
Anlässe mit echter Tradition.
Belegt sind vor allem Konfirmation und Firmung, Hochzeit und Ehrengeschenke; Abschluss und 18. Geburtstag sind heutige Anlässe ohne belegte Tradition.
Die Taschenuhr als Firmgeschenk für Knaben beschreibt Anton Vrbka 1896 aus Südmähren: Bei Knaben bestehe es in einer Taschenuhr, bei Mädchen meist in einem Gebetbuch. Das Handwörterbuch verallgemeinert 1936/37 zum „Konfirmationsgeschenk oder Firmgeschenk für Knaben (oder Mädchen)“. Ideen zum Anlass bieten die Ratgeber zum Konfirmationsgeschenk und zum Kommunionsgeschenk.
Zur Hochzeit galt eine Wanduhr oder ein Regulator in bürgerlichen Kreisen als „beachtliches Hochzeitsgeschenk“. Im Burgenland brachte man die Uhr als erstes Heiratsgut ins Haus, im Erzgebirge musste sie beim Einzug sofort aufgehängt und aufgezogen werden. Zur Verlobung dankt in Japan die Frau häufig mit einer Armbanduhr für den Ring (Kapitel III). Weitere Ideen bietet der Ratgeber zum Verlobungsgeschenk.
Auch als Ehrengeschenk hat die Uhr eine lange Geschichte. 1895 beschloss die britische Lokführergewerkschaft ASLEF, ihrem Wegbereiter und ihrem ersten Mitglied je eine goldene Uhr mit Kette zu überreichen, berichtet John Raynes 1921. Das war eine Ehrung, kein Ruhestandsgeschenk. Das Handwörterbuch schreibt in den 1930er-Jahren, „noch heut“ seien goldene, meist goldgefasste Uhren Ehrengeschenke.
Das Museum of the Scottish Shale Oil Industry verwahrt eine goldene Uhr, die ein Konzern 1959 einem Mitarbeiter zum Ruhestand nach 33 Dienstjahren überreichte. Zwei verbreitete Herleitungen, die Ruhestandsuhr stamme von amerikanischen Eisenbahnern oder von einem Getränkekonzern der 1940er-Jahre, haben keinen Beleg. Für die Eisenbahn-These liegt als Ausgangspunkt nur ein Forenbeitrag von 2001 vor, der selbst „Totally a guess“ sagt, also reine Vermutung. Die goldene Ehrenuhr ist älter als jede Firmenlegende.
Auch in Russland sind Ehrenuhren eine staatliche und militärische Auszeichnung. Ideen für den Abschied bieten die Ratgeber zum Geschenk zum Ruhestand und zum Firmenjubiläum.
Abitur, Studienabschluss und 18. Geburtstag sind heute übliche Anlässe für eine Uhr. Eine alte Tradition ist dafür nicht belegt.
Die richtige Uhr treffen, ohne die Überraschung zu verderben.
Am sichersten treffen Sie die Uhr, wenn Sie unauffällig nachfragen: Beschenkte schätzen erbetene Geschenke mehr, als Schenkende erwarten.
Das zeigt eine Studie von Gino und Flynn (2011) im Journal of Experimental Social Psychology. Die Studie fand außerdem: Geld schätzen Beschenkte höher, als Schenkende glauben. Dazu passt die Übersicht von Galak, Givi und Williams aus Kapitel I. Danach denken Schenkende an die Übergabe, Beschenkte an den Alltag mit der Uhr. Ein beiläufiges Gespräch über Lieblingsuhren verrät die Überraschung nicht.
Den Stil lesen Sie an der Uhr ab, die jemand schon trägt: Form, Farbe, Metall oder Leder. Woran Sie eine gute Uhr erkennen, steht im Ratgeber Gute Uhr erkennen.
Das Handgelenk messen Sie am unauffälligsten an einer Uhr, die die Person ohnehin trägt: ausleihen und das Band vermessen. Wie das gelingt, zeigt der Ratgeber Uhrengröße fürs Handgelenk.
Beim Band gilt: Ein Metallband muss fast immer angepasst werden. Das Kürzen übernehmen Uhrmacher oder Juweliere, Nutzer berichten von grob 10 bis 30 Euro, mancherorts kostenlos, je nach Geschäft. Ein Lederband passt über die Lochung meist, sehr schmale oder kräftige Handgelenke brauchen andere Längen. Mehr dazu im Ratgeber Uhrenarmband kürzen.
Quarz oder Automatik ist vor allem eine Frage von Pflege und Vorliebe, die Unterschiede zeigt der Vergleich Automatikuhr oder Quarzuhr.
Wenn sie nicht gefällt: Umtausch und Widerruf.
Bei einem Online-Kauf hat in der Regel der Käufer 14 Tage Widerrufsrecht, nicht die beschenkte Person. Im Laden ist Umtausch Kulanz, außer er wurde beim Kauf zugesagt.
Das Widerrufsrecht regeln § 312g Abs. 1 BGB und § 355 BGB: Dem Verbraucher steht bei Fernabsatzverträgen ein Widerrufsrecht zu, die Frist beträgt 14 Tage. Verbraucher ist hier, wer die Uhr als Privatperson bestellt hat. Widerrufen heißt: Der Käufer macht den Vertrag ohne Begründung rückgängig (§ 355 BGB).
Nach dem Wortlaut von § 356 Abs. 2 Nr. 1 a BGB beginnt die Frist mit dem Erhalt der Ware. Das gilt für den Verbraucher und für einen von ihm benannten Dritten. Das gilt demnach auch, wenn die Uhr direkt an die beschenkte Person geht. Die beschenkte Person wendet sich an den, der bestellt hat. Liegt die Uhr bis zum Fest im Schrank, kann die Frist bereits abgelaufen sein.
Im Laden gibt es kein gesetzliches Umtauschrecht. Laut Verbraucherzentrale (Stand 22. Dezember 2025) sind Sie dann auf die Kulanz des Geschäfts angewiesen. Anders ist es, wenn das Geschäft den Umtausch beim Kauf schriftlich zugesichert hat.
Eine Ausnahme nennt § 312g Abs. 2 Nr. 1 BGB: Für Waren, die nach persönlichen Vorgaben angefertigt wurden, kann das Widerrufsrecht ausgeschlossen sein. Eine individuell gravierte Uhr kann darunter fallen. Das hängt vom Einzelfall ab.
Praktisch helfen drei Dinge. Lassen Sie sich ein Umtauschrecht beim Kauf schriftlich bestätigen. Bewahren Sie den Kaufbeleg getrennt von der Uhr auf. Und lassen Sie die Uhr erst nach der Anprobe dauerhaft anpassen.
Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung.
Was auf die Karte gehört.
Drei Bausteine genügen: der Anlass, der Grund für diese Uhr und ein Wunsch für die Zeit, die mit ihr kommt.
Der Ton passt zur Beziehung. Ein Text an Vorgesetzte klingt anders als einer an die Partnerin oder den Partner. Persönliche Details schlagen Floskeln: Ein einziger konkreter Satz trägt mehr als eine lange Formel. Die Uhr lässt sich dabei als Bild für gemeinsame Zeit verstehen, nicht für ablaufende Zeit. So erübrigt sich auch der Gedanke an den Aberglauben.
Auf eine Karte im Visitenkartenformat passen etwa 100 Zeichen. Für mehr nehmen Sie eine Klappkarte oder einen Brief. Anregungen zum Formulieren geben die Ratgeber Geburtstagskarte schreiben und Briefe schreiben. Eigene Vorschläge je Anlass erzeugt der Kartentext-Baukasten weiter oben.
Bei Hörner liegt der Uhr auf Wunsch ein Persönlicher Gruß bei, mit Füllfederhalter auf Premium-Papier geschrieben: als Visitenkarte (8,5 × 5,5 cm, bis 100 Zeichen, 5,90 €) oder als gefalteter A4-Brief im DL-Kuvert (bis 1.500 Zeichen, 19,90 €, Preise Stand Oktober 2026).
Je Anlass hier ein kurzer und ein herzlicher Text zum Anpassen. Die Texte für Ruhestand und Jubiläum stehen in der Sie-Form, die übrigen in der Du-Form.
Damit Du bei jedem Blick darauf weißt: Ich freue mich auf unsere nächste gemeinsame Stunde.
Seit wir uns kennen, hat die Zeit mit Dir einen anderen Takt. Diese Uhr soll Dich daran erinnern, wenn der Tag mal wieder voll ist. Trag sie zu jedem Termin und zu jedem Spaziergang. Für jeden Tag, den wir teilen.
Danke für alles, was Du mir mitgegeben hast. Diese Uhr soll Dich im Alltag begleiten.
Wenn ich an früher denke, sehe ich Dich auf die Uhr blicken und Dir dann doch Zeit für mich nehmen. Dafür danke ich Dir. Diese Uhr soll Dich nun daran erinnern, dass ich mir für Dich genauso Zeit nehme. Ich freue mich auf viele gemeinsame Stunden.
Diese Uhr begleitet Dich auf Deinem Weg. Gottes Segen für die Zeit, die vor Dir liegt.
Heute beginnt ein neuer Abschnitt, und wir sind stolz auf Dich. Die Uhr ist für Dich, damit Du Deine Zeit selbst einteilst. Möge sie Dich zu Freunden, zur Schule und zu allem begleiten, was Dir wichtig ist. Sei behütet, heute und in allem, was kommt.
Geschafft! Diese Uhr ist für alles, was jetzt kommt.
Jahrelang hast Du auf diesen Tag hingearbeitet, und jetzt ist er da. Wir sind stolz auf Dich. Die Uhr soll Dich in den nächsten Abschnitt begleiten, ob Du reist, anfängst zu arbeiten oder noch nicht weißt, was kommt. Wir wünschen Dir viel Freude an der Zeit, die jetzt Dir gehört.
Danke für [Jahre] Jahre. Ab jetzt gehört Ihre Zeit ganz Ihnen.
Sie haben dieses Haus über viele Jahre geprägt, und wir danken Ihnen für Ihre Verlässlichkeit und Ihre Kollegialität. Die Uhr soll Sie nun in den neuen Lebensabschnitt begleiten. Wir wünschen Ihnen Zeit für Ihre Familie, Ihre Hobbys und für alles, was bisher zu kurz kam.
[Jahre] Jahre im Unternehmen: Danke! Schön, dass Sie bei uns sind.
Seit [Jahre] Jahren sind Sie ein verlässlicher Teil unseres Teams. Dafür danken wir Ihnen von Herzen. Die Uhr soll Sie an diesen Tag erinnern und Sie bei allem begleiten, was Sie noch vorhaben. Auf viele weitere gemeinsame Jahre!
Zitate über die Zeit: echt oder falsch zugeschrieben.
Viele Sprüche über die Zeit tragen einen falschen Namen; die Tabelle nennt acht echte Zitate mit Fundstelle.
| Zitat | Quelle | Passt zu |
|---|---|---|
| „Die Uhr schlägt keinem Glücklichen.“ | Friedrich Schiller, Die Piccolomini, 3. Aufzug, 3. Auftritt | Partnerin oder Partner |
| „Mein Erbteil wie herrlich, weit und breit! / Die Zeit ist mein Besitz, mein Acker ist die Zeit.“ | Johann Wolfgang von Goethe, West-östlicher Divan, Buch der Sprüche, Fassung von 1827, moderne Schreibung | Vater, Ruhestand |
| „Alles, Lucilius, gehört anderen, nur die Zeit ist unser.“ | Seneca, Briefe an Lucilius, Brief 1, Abschnitt 3, eigene Übersetzung | Vater, Konfirmation, Abschluss, Jubiläum |
| „Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, macht deine Rose so wichtig.“ | Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz, Kapitel XXI, eigene Übersetzung | Partnerin oder Partner |
| „Liebe ist nicht der Narr der Zeit.“ | William Shakespeare, Sonett 116, Vers 9, eigene Übersetzung | Partnerin oder Partner |
| „Zögernd kommt die Zukunft hergezogen, / Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen, / Ewig still steht die Vergangenheit.“ | Friedrich Schiller, Spruch des Confucius, Verse 2 bis 4, Musen-Almanach für das Jahr 1796 | Konfirmation, Abschluss, Ruhestand |
| „Die Zeit ist unendlich lang und ein jeder Tag ein Gefäß, in das sich sehr viel eingießen läßt, wenn man es wirklich ausfüllen will.“ | Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit, Zweiter Teil, Achtes Buch | Vater, Ruhestand, Jubiläum |
| „Ein Zoll Zeit ist ein Zoll Gold.“ | Wang Zhenbai, Zwei Gedichte zur Weißhirsch-Grotte, Gedicht 1, Tang-Zeit, eigene Übersetzung | Konfirmation, Abschluss, Jubiläum |
Seneca, Saint-Exupéry, Shakespeare und Wang Zhenbai haben wir wörtlich selbst übersetzt, weil veröffentlichte deutsche Übersetzungen eigene Rechte haben können. Schillers „Die Uhr schlägt keinem Glücklichen“ passt mit einem Augenzwinkern zur Uhr: Verliebte vergessen die Zeit.
Dazu kommt eine Warnliste. Diese Fassungen sind verbreitet, aber so nicht belegt:
| Verbreitete Fassung | Was belegt ist |
|---|---|
| „Zeit, die man mit Freude verschwendet, ist keine verschwendete Zeit“ (John Lennon zugeschrieben) | Nicht von Lennon, sondern von Marthe Troly-Curtin, Roman „Phrynette Married“ (1912) |
| „Gestern ist Geschichte, morgen ein Geheimnis, heute ein Geschenk“ (Eleanor Roosevelt zugeschrieben) | Anonym; früheste Vollfassung 1993 (Abschlussfeier an einer US-Schule), Zuschreibung an Roosevelt erst ab 1999 |
| „Die Zeit ist dazu da, dass nicht alles auf einmal passiert“ (Einstein zugeschrieben) | Nicht von Einstein, sondern von Ray Cummings, Erzählung „The Girl in the Golden Atom“ (1919) |
| „Zeit ist das, was man an der Uhr abliest“ (Einstein zugeschrieben) | Kein Einstein-Wortlaut; Einstein schrieb 1905, die Zeigerstellung genüge nur für den Ort der Uhr, für entfernte Orte nicht |
| „Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eilig an ihr vorbei“ (George Orwell zugeschrieben) | Ohne Werkbeleg |
| „Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt“ (Dante zugeschrieben) | Ein deutscher Reim ohne italienische Vorlage |
| „Dem Glücklichen schlägt keine Stunde“ (Schiller zugeschrieben) | Schiller schrieb „Die Uhr schlägt keinem Glücklichen“; schon die Gartenlaube nannte die Umformung 1891 eine kleine Fälschung |
| „Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern viel, die wir nicht nutzen“ (Seneca zugeschrieben) | Echter Seneca (Über die Kürze des Lebens 1,3), aber frei übersetzt; Seneca schreibt, wir hätten viel davon verloren |
Die Herkunft der Lennon-Zeile dokumentiert Quote Investigator, die Umformung des Schiller-Verses beschreibt die Gartenlaube von 1891.
Verpackung und Übergabe.
Eine Uhr wirkt in einer festen Box, gestellt und bereit zum Tragen.
Stellen Sie die Uhr vorher: die Zeit und, wenn die Uhr ein Datum anzeigt, auch das Datum. Eine Automatik ziehen Sie vor der Übergabe auf, wie der Ratgeber Automatikuhr aufziehen zeigt, dann läuft sie, wenn die Box aufgeht. Die Schutzfolie lassen Sie dran, so sieht die beschenkte Person sofort, dass die Uhr neu ist.
Den Kaufbeleg legen Sie getrennt ab, nicht in die Box. Die Karte kommt obenauf oder unter den Deckel. Zur Übergabe selbst bietet sich im Ruhestand der Kreis des Teams an, unter Paaren eher ein privater Moment.
Hörner liefert seine Uhren in der Hörner Geschenk- und Aufbewahrungsbox.
