Journal · Uhren-Wissen

Uhrenarmband aus Leder: wechseln, messen, pflegen.

Ein neues Lederband macht aus einer Uhr in fünf Minuten eine andere Uhr, ohne Uhrmacher. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie das Band selbst wechseln, die richtige Breite messen und ein gutes Lederband erkennen. Ehrlich auch dort, wo Leder an seine Grenzen kommt.

Hörner Nova Quarzuhr mit italienischem Lederband am Handgelenk, im Hintergrund ein Schreibtisch
Ein gutes Lederband trägt sich warm und leicht, verlangt aber etwas Aufmerksamkeit.
Kurz zusammengefasst

Ein Uhrenarmband aus Leder wechseln Sie in wenigen Minuten selbst: Sie brauchen nur ein Federstegbesteck und eine weiche Unterlage. Entscheidend ist die richtige Stegbreite, der Abstand zwischen den Bandanstößen am Gehäuse, meist 18, 20 oder 22 mm. Ein gutes Lederband erkennen Sie an vollnarbigem Leder, sauberer Naht und einem Futter. Gereinigt und gepflegt wird es mit wenig: Innenseite mit einem weichen Tuch abwischen, an der Luft trocknen lassen, keine Hausmittel. Ersetzen sollten Sie es, sobald Schweiß und Risse es zeichnen.

5 Min
Bandwechsel
selbst, mit Federstegbesteck
20 mm
Stegbreite
gilt als häufigste Bandbreite (16 bis 24 mm üblich)
6 bis 12
Monate
Lebensdauer eines viel getragenen Lederbands
Kapitel I · Der Wechsel

In fünf Minuten gewechselt: so geht der Bandwechsel.

Das Schöne an einer Uhr mit Lederband ist, dass Sie sie immer wieder neu wirken lassen können. Ein anderes Band, eine andere Uhr, und der Wechsel gelingt am Küchentisch. In fast allen Fällen sitzt das Band auf einem Federsteg: einem federgelagerten Stift, der sich zusammendrücken lässt. Erkennen Sie diesen Mechanismus, ist der Rest Routine.

Sie brauchen genau zwei Dinge: ein Federstegbesteck (ein kleiner Stift mit Gabel am einen, Spitze am anderen Ende, für wenige Euro erhältlich) und eine weiche Unterlage. Ein Mikrofasertuch genügt. Es schützt das Gehäuse vor genau den Kratzern, die beim Abrutschen entstehen.

Bandwechsel mit Federsteg, Schritt für Schritt
SchrittWas Sie tun
1. VorbereitenUhr mit dem Zifferblatt nach unten auf das Tuch legen, sodass Sie den Bandanstoß frei vor sich haben
2. Steg lösenDie Gabel zwischen Band und Anstoß setzen, den Federsteg zur Bandmitte zusammendrücken, bis ein Ende aus der Bohrung springt
3. Band abnehmenDas alte Band mit dem gelösten Steg vorsichtig herausnehmen
4. Neues Band einsetzenFedersteg in die Ösen des neuen Bandes stecken, ein Ende in die Bohrung setzen, das andere zusammendrücken und einrasten lassen
5. PrüfenLeicht am Band ziehen: Sitzt der Steg fest, ist der Wechsel fertig. Auf der anderen Seite wiederholen

Noch einfacher wird es mit Schnellwechsel-Stegen. Viele moderne Lederbänder tragen an der Unterseite einen winzigen Hebel. Ziehen Sie ihn mit dem Fingernagel zur Bandmitte, löst sich das Band ganz ohne Werkzeug. Ein Blick auf die Rückseite Ihres Bandes verrät, ob Sie diesen Komfort haben.

※
Damit nichts verkratzt

Der häufigste Anfängerfehler ist Abrutschen mit der Gabel. Arbeiten Sie deshalb langsam, halten Sie die Uhr fest und legen Sie sie immer auf eine weiche Unterlage. Bei einem fest sitzenden oder verschraubten Steg lieber einmal mehr nachsetzen als mit Gewalt hebeln, das schützt sowohl das Gehäuse als auch Ihre Finger.

Kapitel II · Die richtige Breite

Uhrenarmband-Breite messen: die Stegbreite in drei Schritten.

Die Breite eines Uhrenarmbands messen Sie an der Uhr: Gemeint ist die Stegbreite, auch Anstoßbreite genannt. Das ist der lichte Abstand zwischen den beiden Bandanstößen am Gehäuse, dort, wo das Band auf dem Federsteg sitzt. Dieses Maß brauchen Sie vor jeder Bandbestellung, und es muss auf den Millimeter stimmen.

Ein Band, das einen Millimeter zu breit ist, lässt sich nur mit Kraft einsetzen. Der Bandhändler Watch and Strap warnt, dass dabei Bandkante, Federstege oder Gehäuse Schaden nehmen können. Ein zu schmales Band hat seitlich Luft und sitzt nie sauber.

  1. Uhr ablegen. Legen Sie die Uhr mit dem Zifferblatt nach unten auf ein weiches Tuch, sodass Sie frei zwischen die Bandanstöße sehen.
  2. Innen messen. Messen Sie von der Innenwand des einen Anstoßes zur Innenwand des anderen, dort, wo das Band sitzt, nicht außen über die Anstöße hinweg. Ist noch ein Band montiert, messen Sie seine Breite direkt am Anstoß.
  3. Ablesen und gegenprüfen. Ein Messschieber zeigt auch Zehntelmillimeter, ein Lineal reicht zur ersten Orientierung. Runden Sie nicht auf eine gerade Zahl. Prüfen Sie stattdessen das Datenblatt des Herstellers oder die Prägung auf der Innenseite des alten Bandes.

Viele Hersteller nennen das Maß im Datenblatt, als Anstoßbreite oder auf Englisch lug width. Im Handel heißt dieselbe Zahl oft auch Bandanstoß: Tissot führt ein Ersatzband etwa als „Lederarmband schwarz Bandanstoß 19 mm“. Welche Maße eine Uhr sonst ausmachen, vom Durchmesser bis zur Länge von Horn zu Horn, ordnet der Ratgeber Uhrengröße fürs Handgelenk ein.

Gängige Stegbreiten, auch ungerade
StegbreiteTypisch für
14 bis 16 mmSchmale Damenuhren und kleine Gehäuse
18 mmKlassische, eher zierliche Herren- und Unisex-Uhren
19 mmUngerade, aber nicht selten: Die Rolex Explorer 36 mm (Ref. 124270) ging 2021 von 20 auf 19 mm
20 mmGilt als verbreitetste Breite, Standard bei vielen Herrenuhren
21 mmDie Rolex Submariner mit 41-mm-Gehäuse seit 2020
22 mmGrößere Gehäuse, sportliche Modelle (auch das Lederband der Nova setzt hier mit 22 mm an)
24 mmGroße, kräftige Uhren

Stehen zwei Zahlen auf einem Band, etwa 22/20, ist es am Anstoß 22 mm breit und verjüngt sich zur Schließe hin auf 20 mm. Für die Passform an der Uhr zählt nur die erste Zahl.

Ungerade Breiten sind kein Exot, das zeigen die Explorer und die Submariner. Gerade dort lohnt der Messschieber, denn ein 20-mm-Band passt nicht sauber zwischen 19-mm-Anstöße.

Wichtig: Die Stegbreite hängt am Gehäuse, nicht an Ihrem Handgelenk. Ein schmales Handgelenk macht kein schmaleres Band nötig, es bestimmt nur, welche Gehäusegröße gut aufliegt.

Passt an jede Uhr ein neues Band?

Bei den meisten Uhren ja. Sitzt das Band mit Federstegen zwischen zwei Bandanstößen, passt ein Band derselben Stegbreite. Anders ist es bei integrierten Bändern, deren Anschlussglieder in Aussparungen des Gehäuses greifen, etwa bei der Audemars Piguet Royal Oak oder der Tissot PRX. Dort passt laut dem Uhrenmagazin Time+Tide nur ein Werksband oder ein eigens dafür gebautes Band. Bänder, die nur bündig am Gehäuse anliegen, lassen sich dagegen meist gegen ein normales Band tauschen.

Die richtige Bandlänge finden

Die Länge eines Lederbands stellen Sie über Schließe und Lochreihe ein. Bandhersteller geben sie meist in zwei Zahlen an, eine für das lange Teil mit den Löchern und eine für das kurze mit der Schließe. Tissot nennt für sein 19-mm-Lederband 115 und 75 mm für die beiden Bandteile. Hirsch staffelt etwa beim Modell Toronto von 110/70 mm für schmale bis 120/100 mm für kräftige Handgelenke. Messen Sie Ihren Handgelenkumfang mit einem Papierstreifen und vergleichen Sie ihn mit der Größentabelle des Bandherstellers. Ein Papierlineal zum Ausdrucken enthält die Schablone im Ratgeber Uhrengröße fürs Handgelenk. Bei einem Metallarmband passen Sie die Länge über die Glieder an, wie im Ratgeber Uhrenarmband kürzen beschrieben.

Kapitel III · Qualität

Woran man ein gutes Lederband erkennt.

Lederband ist nicht gleich Lederband. Zwischen einem vollnarbigen Band, das mit den Jahren schöner wird, und einem verklebten Faserleder, das nach Monaten an den Kanten aufgeht, liegen Welten, und der Preisunterschied ist oft kleiner, als man denkt. Vier Dinge trennen das gute vom schlechten Band.

Gutes Lederband, woran Sie es erkennen
MerkmalGutes ZeichenWarnsignal
LederartVollnarbiges Leder mit sichtbarer, natürlicher NarbungGleichmäßig geprägte „Narbung" auf verklebtem Faserleder
NahtGleichmäßige, feste Naht ohne lose FädenSchiefe Stiche, ausgefranste oder fehlende Naht
FutterEin gefüttertes Band liegt angenehmer und hält längerUngefüttertes, dünnes Band, das schnell durchschwitzt
KantenSauber versäuberte oder gerollte KantenKanten, die sich nach kurzer Zeit ablösen oder ausbleichen

Ein einfacher Test hilft beim Erkennen: Echtes, vollnarbiges Leder fühlt sich beim Biegen warm und lebendig an und riecht nach Leder, nicht nach Chemie. Verklebtes Material wirkt pappig und steif. Wie Sie echtes Leder von Imitaten unterscheiden, zeigt unser Ratgeber Echtes Leder erkennen, und welche Lederqualitäten es überhaupt gibt, ordnet der Ratgeber zu den Lederarten ein.

Ein gut gemachtes Band verjüngt sich außerdem zur Schließe hin, weil es so der Form des Handgelenks folgt. Das italienische Lederband der Nova etwa läuft von 22 auf 20 mm zu. Das ist aufwendiger im Zuschnitt als ein gerades Band und ein gutes Zeichen für Sorgfalt, dieselbe Sorgfalt, an der sich jedes Lederteil messen lassen muss.

Italienisches Lederband der Hörner Nova mit sauberer Naht, das sich zur Schließe hin verjüngt
Saubere Naht, gefüttert, zur Schließe verjüngt: das italienische Lederband der Hörner Nova
Kapitel IV · Der ehrliche Teil

Leder und Schweiß: der ehrliche Teil.

Hier sagen wir, was die meisten Bänder-Shops verschweigen: Ein Lederband ist ein Verschleißteil. Es ist das schönste Band, das man tragen kann, und zugleich das empfindlichste. Sein größter Feind sitzt direkt darunter, auf Ihrer Haut.

Schweiß dringt in die Innenseite des Bandes ein. Dort zersetzen ihn Bakterien, er wird alkalisch und greift die Farbe des Leders deutlich stärker an als frischer Schweiß. Über Wochen und Monate wird das Leder hart und dunkel und beginnt zu riechen. Im Sommer und beim Sport geht das schneller, weil mehr Feuchtigkeit ins Material zieht. Deshalb gilt: Zum Sport und in der Sauna gehört eine Uhr mit Lederband nicht ans Handgelenk, und an heißen Tagen tut dem Band eine Pause gut.

„
Ein Lederband ist kein Bauteil für die Ewigkeit, sondern ein Verschleißteil. Wer das weiß, ärgert sich nicht über Gebrauchsspuren, sondern wechselt das Band, bevor es unschön wird.
Aus der Praxis · Andre Hörner

Wie lange ein Band hält, hängt stark vom Träger ab. Jaeger-LeCoultre empfiehlt, ein Lederband unter normalen Bedingungen etwa alle zwölf Monate zu ersetzen, der Uhrenhersteller Laco nennt sechs bis zwölf Monate. Wer die Uhr im Wechsel trägt und das Band schont, kommt auf ein bis zwei Jahre und länger. Der ehrliche Umgang damit: Sehen Sie das Band als das, was es ist, ein vergleichsweise günstiges Teil, das Sie ohne Aufwand selbst tauschen, lange bevor es die Uhr in Mitleidenschaft zieht.

Kapitel V · Pflege

Lederarmband pflegen und reinigen: weniger ist mehr.

Ein Lederarmband an der Uhr pflegen Sie mit wenig. Wischen Sie den Schweiß nach dem Ablegen mit einem weichen, trockenen Tuch ab und lassen Sie das Band an einer gut belüfteten Stelle trocknen. So empfiehlt es Seiko. Fett, Öl und Hausmittel schaden dünnem Bandleder eher, als sie nutzen.

Ein typischer Fehler am Lederband ist nicht zu wenig Pflege, sondern zu viel. Wer das Band regelmäßig mit Fett oder Öl tränkt, macht es weich. Offenporiges, etwa pflanzlich gegerbtes Leder dunkelt durch Fettung zudem sichtbar nach.

Lederarmband reinigen in vier Schritten

  1. Band abnehmen. Lösen Sie es mit dem Federstegbesteck aus Kapitel I. So bleibt das Gehäuse trocken, und Sie erreichen die Innenseite, an der sich Schweiß und Hautfett sammeln.
  2. Innenseite abwischen. Nehmen Sie dafür ein weiches, fusselfreies Tuch. Sitzt der Schmutz fest, feuchten Sie das Tuch mit klarem Wasser leicht an.
  3. Trocken nachtupfen. Mit einem zweiten, trockenen Tuch nehmen Sie die Restfeuchte auf, ohne zu reiben.
  4. An der Luft trocknen. Bei Raumtemperatur, nie auf der Heizung, mit dem Föhn oder in der Sonne. Laco warnt, dass Hitze das Leder austrocknen und brüchig machen kann.

Beim Wasser ist selbst Hirsch nicht eindeutig. Im Pflegeratgeber empfiehlt der Bandhersteller ein leicht feuchtes Tuch. In den FAQ derselben Seite rät er dagegen, ein Lederarmband nicht mit Wasser zu reinigen, weil es spröde und stumpf werden kann. Apple und Laco erlauben ein leicht angefeuchtetes Tuch. Einig sind sich alle: Eingeweicht wird das Band nie.

Wenn das Lederarmband riecht

Frischer Schweiß riecht kaum und ist leicht sauer, ähnlich wie Leder selbst. In der Innenseite des Bandes zersetzen ihn Bakterien, dabei entsteht der Geruch, und der Schweiß wird alkalisch. Die Prüfnorm EN ISO 11641 zur Schweißechtheit von Leder hielt in ihrer Ausgabe von 2012 fest, dass alkalischer Schweiß die Farbe von Leder deutlich stärker angreift als saurer.

Die wirksamste Gegenmaßnahme gegen Bakterien und Geruch ist Luft. Citizen rät, ein nass oder verschwitzt gewordenes Lederband sofort mit einem trockenen, weichen Tuch abzutupfen und das Band nicht zu eng zu tragen, damit Luft an die Haut kommt. Patek Philippe empfiehlt, Uhren mit Lederband nachts abzulegen, damit das Leder atmen kann. Wer täglich trägt, wechselt zwischen zwei Bändern. Bleibt der Geruch nach Reinigung und Trocknen, ist das Leder durchgeschwitzt. Dann ist der Geruch das Zeichen aus Kapitel IV: Das Band hat sein Ende erreicht.

Hartes Lederarmband geschmeidig machen

Damit ein glattes Lederband geschmeidig bleibt, empfiehlt Laco gelegentlich ein spezielles Lederpflegemittel. Testen Sie das Mittel vorher an einer unauffälligen Stelle, etwa am Bandende unter der Schlaufe. Ist das Band schon steif geworden, tragen Sie wenig auf, verteilen es dünn und nehmen den Überschuss mit einem Tuch ab. Mehr ist nicht besser. Manche Leder brauchen gar nichts: NOMOS schreibt zu seinen Shell-Cordovan-Bändern, man müsse sie nie ölen. Nubuk und Wildleder bekommen kein Fett.

Hausmittel am Lederarmband im Check
MittelWas passiertBesser
Hautcreme, auch NiveaFür Haut gemacht, nicht für Leder. Hirsch rät, Lederbänder von Cremes und Parfum fernzuhaltenEin spezielles Lederpflegemittel, sparsam
Oliven- oder KokosölSpeisefette werden auf Leder ranzig, offenporiges Leder dunkelt durch die Fettung nachNichts oder ein Lederpflegemittel
Essig purMit pH 2,9 deutlich saurer als Leder, das mit pH 4,5 bis 5,5 aus der Gerberei kommtLeicht feuchtes Tuch
Alkohol- und DesinfektionstücherApple rät bei Lederbändern ausdrücklich davon ab, Citizen warnt vor Verfärbung durch AlkoholTrockenes oder leicht feuchtes Tuch
Haushaltsseife, Sattelseife, NatronAlkalisch, Leder dagegen ist leicht sauerKlares Wasser, sparsam
LederfettMacht dünnes Bandleder weich, offenporiges Leder dunkelt nachNichts oder ein spezielles Lederpflegemittel, sparsam

Die pH-Werte von Leder, Essig und Seife sowie die Warnung vor Sattelseife und Speisefetten stammen aus dem Lederlexikon des Lederzentrums. Die Warnung vor Alkohol steht in der Pflegeanleitung von Citizen.

Wie viel Pflege ein Leder verträgt, hängt von seiner Art ab, ein offenporiges Naturleder reagiert anders als ein glattes, pigmentiertes. Die vollständige Anleitung nach Lederart, mit Flecken-Kapitel und Mythen-Check, finden Sie in unserem Lederpflege-Ratgeber. Für das Uhrenband gilt der einfachste Teil daraus: trocken halten, ruhen lassen, in Ruhe altern lassen.

Kapitel VI · Materialwahl

Leder, Metall oder Kautschuk?

Manchmal ist die ehrlichste Antwort auf ein durchgeschwitztes Lederband ein anderes Material. Jedes hat seinen Platz, und ein und dieselbe Uhr wirkt mit verschiedenen Bändern völlig anders.

Bandmaterialien im Vergleich
MaterialStärkenGrenzen
LederWarm, leicht, elegant, große Auswahl an Farben und NarbungenSchweißempfindlich, nicht wasserfest, Verschleißteil
Metall (Gliederarmband)Robust, wasserfest, nahezu wartungsfrei, wertig in der HandSchwerer, kühler am Handgelenk, zum Anpassen Werkzeug nötig
Kautschuk / SilikonWasserfest, schweißunempfindlich, ideal für SportSportlicher Look, weniger formell, kann Staub anziehen
Textil (NATO)Leicht, unkompliziert, waschbar, günstigTrägt etwas auf, weniger formell

Damit klärt sich auch eine häufige Frage zum Stichwort „kürzen". Ein Lederband wird nicht abgeschnitten: Sie stellen die Länge über die Schließe und die Lochreihe ein, das überstehende Ende verschwindet in den Schlaufen. Bei einem Metall-Gliederarmband dagegen passen Sie die Länge an, indem einzelne Glieder entfernt werden, über kleine Stifte oder Schrauben. Das ist der Vorgang, den die meisten mit „Uhrenarmband kürzen" meinen, und der Grund, warum man dafür entweder Fachwerkzeug oder den Uhrmacher braucht.

Wer eine Uhr sucht, die ohne Schweiß-Sorgen auskommt, ist mit einem Metallband gut beraten, etwa der Pulsar Imperial mit Stahl-Gliederarmband. Wer die Wärme und Eleganz von Leder schätzt und den Pflegeaufwand in Kauf nimmt, bleibt beim Lederband.

Kapitel VII · Stil

Welches Band zu welcher Uhr.

Zum Schluss die schöne Frage: Welches Band passt? Ein neues Lederband ist die günstigste Art, einer Uhr einen anderen Charakter zu geben, vom Büro-Anzug bis zum Wochenende. Bei klassisch-eleganten Uhren gehört Leder ohnehin zum Grundvokabular des Stils, und der Ratgeber zur Old Money Uhr zeigt, welche Rolle das Band dabei neben Zifferblatt, Bauhöhe und Größe spielt. Ein paar Orientierungen, keine starren Regeln:

  • Schwarz wirkt formell und ruhig. Es passt zu dunklen Zifferblättern, zu Anzug und Business, und ist die sichere Wahl, wenn die Uhr seriös wirken soll.
  • Cognac und Braun wirken wärmer und alltagstauglicher. Sie harmonieren mit hellen wie dunklen Zifferblättern und tragen sich von Jeans bis Sakko.
  • Helle Töne sind ein Statement und wollen bewusst gesetzt sein, sie zeigen schneller Gebrauchsspuren.

Eine bewährte Faustregel: Die Bandfarbe darf zum Schuhwerk passen, braunes Band zu braunen Schuhen, schwarzes zu schwarzen. Wichtiger als jede Regel ist, dass Band, Uhr und Anlass zusammenpassen. Und das Beste am Lederband: Wenn es nicht passt, ist es in fünf Minuten gewechselt.

Wer es genauer wissen will: Ob ein braunes Band neben schwarzem Leder funktioniert, entscheidet weniger die Farbe als der Glanzgrad. Warum das so ist und wie Sie ihn in einer Minute prüfen, steht im Ratgeber Braun und Schwarz kombinieren.

Welche Uhr überhaupt zu Ihnen passt und woran Sie Qualität erkennen, lesen Sie im Ratgeber Woran erkennt man eine gute Uhr. Einen ersten Eindruck der Modelle, jedes mit klar deklariertem Band, gibt die Hörner Uhren-Kollektion.

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Hörner verkauft keine Wechsel-Bänder und kein Werkzeug, dieser Ratgeber ist bewusst neutral. Wenn Sie aber eine Uhr suchen, die schon ab Werk ein gutes, klar deklariertes Band trägt: Die Nova kommt mit italienischem Lederband, die Pulsar mit wartungsarmem Stahlband.

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Häufige Fragen

Uhrenarmband aus Leder, kompakt beantwortet.

Wie wechselt man ein Uhrenarmband aus Leder?+
Legen Sie die Uhr auf eine weiche Unterlage. Schieben Sie mit der Gabel des Federstegbestecks den Federsteg zusammen, bis er aus dem Bandanstoß springt, und nehmen Sie das alte Band ab. Hängen Sie das neue Band genauso ein: Steg spannen, in die Bohrung im Gehäuse einrasten lassen. Mit etwas Übung dauert das keine fünf Minuten.
Welches Werkzeug brauche ich für den Bandwechsel?+
Ein Federstegbesteck genügt, ein kleiner Stift mit Gabel an einem Ende und Spitze am anderen. Es kostet wenige Euro. Wichtiger als teures Werkzeug ist eine weiche Unterlage, etwa ein Mikrofasertuch, damit das Gehäuse keine Kratzer bekommt. Für Bänder mit Schnellwechsel-Stegen brauchen Sie gar kein Werkzeug.
Was sind Schnellwechsel-Stege?+
Schnellwechsel-Stege haben einen kleinen Hebel an der Unterseite des Bandes. Sie ziehen den Hebel mit dem Fingernagel zur Bandmitte, dann lässt sich das Band ohne Werkzeug aushängen. Viele moderne Lederbänder sind so gebaut. Ob Ihr Band einen solchen Hebel hat, sehen Sie, wenn Sie das Band von der Rückseite betrachten.
Wie misst man die Breite eines Uhrenarmbands?+
Gemessen wird an der Uhr: von der Innenwand des einen Bandanstoßes zur Innenwand des anderen, dort, wo das Band sitzt. Am genauesten gelingt das mit einem Messschieber, ein Lineal gibt eine erste Orientierung. Oft ist das Maß auf der Innenseite des alten Bandes eingeprägt. Runden Sie nicht: Ein Band, das einen Millimeter zu breit ist, passt nur mit Kraft.
Was bedeutet 22 mm bei einem Uhrenarmband?+
Die Angabe nennt die Breite des Bandes am Anschluss zur Uhr, also dort, wo es zwischen den Bandanstößen sitzt. Ein 22-mm-Band passt sauber nur an eine Uhr mit 22 mm Stegbreite. Steht eine zweite Zahl dabei, etwa 22/20, verjüngt sich das Band zur Schließe hin auf 20 mm. Für die Passform an der Uhr zählt nur die erste Zahl.
Kann man das Uhrenarmband bei jeder Uhr wechseln?+
Bei den meisten Uhren ja: Sitzt das Band mit Federstegen zwischen zwei Bandanstößen, passt ein Band in derselben Stegbreite. Ausnahmen sind integrierte Bänder, deren Anschlussglieder in Aussparungen des Gehäuses greifen, etwa bei der Tissot PRX, und herstellereigene Anschlüsse vieler Smartwatches. Dort passen nur Werksbänder oder eigens dafür gebaute Bänder. Messen Sie vor dem Kauf immer die Stegbreite.
Welche Bandbreiten sind üblich?+
Die gängigsten Stegbreiten liegen zwischen 16 und 24 mm: 18, 20 und 22 mm sind am häufigsten, 20 mm gilt als verbreitetster Wert. Es gibt auch ungerade Breiten wie 19 und 21 mm, runden Sie deshalb nie. Schmalere Damenuhren tragen oft 14 oder 16 mm, große Herrenuhren auch 24 mm. Die Breite hängt am Gehäuse, nicht an Ihrer Handgelenksgröße.
Woran erkenne ich ein gutes Lederarmband?+
Ein gutes Lederband ist aus vollnarbigem Leder gefertigt, nicht aus verklebtem Faserleder. Achten Sie auf eine saubere, gleichmäßige Naht, ein Futter auf der Innenseite und sauber verarbeitete Kanten. Es sollte sich angenehm biegen lassen und nicht nach Chemie riechen. Verklebtes Leder erkennt man oft am pappigen Griff und an Kanten, die sich nach kurzer Zeit ablösen.
Wie lange hält ein Lederarmband?+
Ein Lederband ist ein Verschleißteil. Jaeger-LeCoultre empfiehlt, es unter normalen Bedingungen etwa alle zwölf Monate zu ersetzen, der Uhrenhersteller Laco nennt sechs bis zwölf Monate. Bei schonender Nutzung hält es ein bis zwei Jahre und länger. Wann genau Sie wechseln, entscheidet weniger die Optik als der Zustand von Naht und Innenseite.
Schadet Schweiß dem Lederarmband?+
Ja, Schweiß ist der größte Feind eines Lederbands. Bakterien zersetzen ihn im Band, dabei entstehen Gerüche, und das Leder altert schneller. Besonders im Sommer und beim Sport leidet die Innenseite. Wer viel schwitzt, fährt mit einem Metall- oder Kautschukband besser, oder legt für die Uhr ein zweites Lederband zum Wechseln bereit.
Darf ich mit einem Lederarmband duschen oder schwimmen?+
Besser nicht. Leder verträgt keine Dauerfeuchtigkeit: Es quillt auf, trocknet hart aus und verliert die Form. Nehmen Sie die Uhr zum Duschen, Händewaschen und Schwimmen ab, unabhängig davon, wie wasserdicht das Gehäuse ist. War das Band doch einmal nass, lassen Sie es ein bis zwei Tage bei Raumtemperatur trocknen, nie auf der Heizung.
Wie pflege ich ein Uhrenarmband aus Leder?+
Mit wenig. Wischen Sie die Innenseite gelegentlich mit einem trockenen oder leicht feuchten Tuch ab und lassen Sie das Band nach feuchten Tagen ruhen. Überpflegen schadet mehr als es nutzt: Zu viel Fett oder Öl macht das Leder weich und dunkel. Eine ausführliche Anleitung nach Lederart finden Sie in unserem Lederpflege-Ratgeber.
Was tun, wenn das Lederarmband stinkt?+
Nehmen Sie das Band ab und wischen Sie die Innenseite mit einem weichen, bei Bedarf leicht angefeuchteten Tuch ab. Lassen Sie es danach an einem gut belüfteten Ort trocknen, nicht in einer geschlossenen Box und nicht auf der Heizung. Tragen Sie abwechselnd zwei Bänder. Bleibt der Geruch nach dem Trocknen, ist das Leder durchgeschwitzt und das Band verschlissen.
Wie mache ich ein hartes Lederarmband wieder geschmeidig?+
Bei glattem Leder hilft gelegentlich ein spezielles Lederpflegemittel. Tragen Sie wenig auf, verteilen Sie es dünn und nehmen Sie den Überschuss mit einem Tuch ab. Testen Sie das Mittel vorher an einer unauffälligen Stelle, so rät es auch der Uhrenhersteller Laco. Nubuk und Wildleder bekommen kein Fett. Ist das Band brüchig oder eingerissen, hilft auch Pflege nicht mehr.
Ist Nivea-Creme gut für ein Lederarmband?+
Nein. Hautcreme ist für Haut gemacht, nicht für Leder. Der Bandhersteller Hirsch rät, Uhrenarmbänder von Cremes und Parfum fernzuhalten, und das Lederzentrum zählt Nivea-Milch zu den Hausrezepten, die heutigen Ledern wenig nutzen. Braucht ein glattes Lederband Pflege, nehmen Sie sparsam ein spezielles Lederpflegemittel und testen Sie es zuerst an einer unauffälligen Stelle.
Soll ich ein Lederarmband ölen oder fetten?+
Im Alltag weder noch. Öl und Fett machen dünnes Bandleder weich und dunkeln offenporiges, etwa pflanzlich gegerbtes Leder nach. Speiseöle wie Oliven- oder Kokosöl werden zudem ranzig. Für ein glattes Band genügt gelegentlich ein spezielles Lederpflegemittel, sparsam aufgetragen. Manche Leder brauchen gar nichts, NOMOS etwa schreibt zu Shell Cordovan, man müsse es nie ölen.
Kann ich ein Lederarmband kürzen?+
Ein Lederband stellen Sie über die Schließe und die Lochreihe auf Ihre Handgelenksgröße ein, ein überstehendes Ende verschwindet in den Schlaufen. Echtes Kürzen durch Abschneiden ist bei Leder unüblich und meist nicht nötig. Was viele mit „kürzen" meinen, ist das Entfernen von Gliedern bei einem Metallarmband, ein anderer Vorgang.
Leder oder Metallarmband, was ist besser?+
Das hängt vom Einsatz ab. Leder ist wärmer, leichter und kleidet eleganter, ist aber schweißempfindlich und ein Verschleißteil. Ein Metall-Gliederarmband ist robust, wasserfest und nahezu wartungsfrei, dafür kühler am Handgelenk und schwerer. Für Büro und Anzug spricht vieles für Leder, für Sport, Sommer und Sorglosigkeit für Metall.
Welche Armbandfarbe passt zu welcher Uhr?+
Ein schwarzes Band wirkt formell und passt zu dunklen Zifferblättern und Anzug. Cognac und Braun wirken wärmer und alltagstauglicher und harmonieren mit hellen wie dunklen Zifferblättern. Als Faustregel gilt: Die Bandfarbe darf zum Schuhwerk passen. Wichtiger als die Regel ist, dass Band und Uhr zusammen zum Anlass passen.
Muss ich zum Bandwechsel zum Uhrmacher?+
In aller Regel nicht. Ein Lederband mit normalen Federstegen wechseln Sie mit etwas Geduld und einem Federstegbesteck selbst. Zum Uhrmacher lohnt der Gang, wenn der Federsteg klemmt, das Gehäuse besonders empfindlich ist oder Sie sich unsicher fühlen. Bei verschraubten Bandanstößen, wie an manchen Sportuhren, ist Fachwerkzeug ohnehin sinnvoll.
Andre Hörner, Geschäftsführer Hörner GmbH
Über den Autor
Andre Hörner
Geschäftsführer Hörner GmbH

Andre Hörner führt die Hörner GmbH seit 2016 und kennt das Sortiment aus tausenden Geschenk-Bestellungen, Gravur-Aufträgen und E-Mail-Anfragen. Seine Blog-Beiträge basieren auf realen Bestelldaten und der Erfahrung aus dem täglichen Kundenkontakt im Hörner-Online-Shop.

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